Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen

… bei forstwirtschaftlicher Nutzung?

Die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen setzt die Eigenbewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen voraus. Auch die forstwirtschaftliche Nutzung ist in die Gewinnermittlung nach § 13a EStG einzubeziehen, wenn sie zur landwirtschaftlichen Nutzung selbst bewirtschafteter Flächen hinzukommt. Die Gewinnermittlung nach Durchschnitts-sätzen ist nicht gerechtfertigt, wenn lediglich eine forstwirtschaftliche Nutzung vorliegt.

Die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen soll – das ergibt sich aus dem Regelungszusammenhang sowie dem Sinn und Zweck der Vorschrift – im Wesentlichen Vereinfachungszwecken für kleinere land- und forstwirtschaftliche Betriebe dienen. Der Gewinn lediglich forstwirtschaftlicher Nutzungen ist durch Einnahmen-Überschussrechnung zu ermitteln. Im dem durch den Bundesfinanzhof entschiedenen Fall waren die landwirt-schaftlichen Flächen verpachtet und lediglich der forstwirtschaftliche Bereich in Eigenregie betrieben worden. – Bundesfinanzhof, Az.: IV R 1/09

... auch bei Imkereibetrieben?

Die Unterschiede zwischen Imkerei und forstwirtschaftlicher Nutzung rechtfertigen keine abweichende Beurteilung. Zwar wird der Gewinn aus dem Betrieb einer Imkerei im Rahmen der Durchschnittssatzgewinnermittlung typisiert aus dem Einheitswert abgeleitet, während der Gewinn aus forstwirtschaftlicher Nutzung durch Einnahmen-Überschussrechnung zu ermitteln ist. Damit ist die Gewinnermittlung für den Betrieb der Imkerei insoweit – anders als bei forstwirtschaftlicher Nutzung – für die selbst bewirtschaftete Fläche ähnlich der landwirtschaftlichen Nutzung. Indes kommt die vereinfachte Ermittlung des Gewinns aus Imkerei auch nur für Betriebe in Betracht, die landwirtschaftliche Flächen selbst bewirtschaften. Für reine Imkereibetriebe ist sie ausgeschlossen. – Bundesfinanzhof, Az.: IV B 57/10

Veröffentlicht am 09. Dezember 2011