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Jahressteuergesetz 2020: Überblick über wichtige Änderungen für Land- und Forstwirte

Ende des letzten Jahres verabschiedete der Gesetzgeber das Jahressteuergesetz 2020. Auf einige wichtige Änderungen für Land- und Forstwirte gehen wir im Folgenden ein:

  • Die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags (IAB) nach § 7g EStG ermöglicht es, Abschreibungspotential in ein Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung oder Herstellung des begünstigten Wirtschaftsguts vorzuverlagern. Mit Hilfe eines IAB, der eine Steuerstundung bewirkt, können Mittel angespart werden, die sich zur Finanzierung einer geplanten Investition nutzen lassen. Und nach Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsguts kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Sonderabschreibung nach § 7g EStG in Anspruch genommen und dadurch weiteres Abschreibungspotential vorgezogen werden.

      Die Vorschriften zum IAB und zur Sonderabschreibung nach § 7g EStG wurden durch das Jahressteuergesetz 2020 modifiziert. Die neuen Regeln gelten für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2019 enden. Die generelle Anwendbarkeit der Neuregelung setzt unabhängig von der Art der Gewinneinkünfte jetzt einheitlich voraus, dass der betriebliche Jahresgewinn nicht mehr als 200.000 € beträgt.

      Begünstigt ist künftig auch die Anschaffung von Wirtschaftsgütern, die langfristig vermietet werden. Und ein Investitionsabzugsbetrag darf nunmehr bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten des Wirtschaftsguts betragen (bisher 40 %).

  • Verlängert bis Ende 2021 wurde die Steuerbefreiung von Arbeitgeber-Zuschüssen zum Kurzarbeitergeld. Und die Steuerbefreiung von Corona-Hilfen des Arbeitgebers (maximal 1.500 €) gilt nun bis Mitte 2021.
  • Ab 2021 steigt der sogenannte Übungsleiterfreibetrag von 2.400 € auf 3.000 € (§ 3 Nr. 26 Satz 1 EStG). Und der Ehrenamtsfreibetrag wird von 720 € auf 840 € heraufgesetzt (§ 3 Nr. 26a Satz 1 EStG).
  • Spenden zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke dürfen steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Der vereinfachte Zuwendungsnachweis (Nachweis der Zahlung) wird von 200 € auf 300 € angehoben.
  • Eine Änderung gibt es auch bei der Berücksichtigung von Aufwendungen im Falle der verbilligten Wohnraumvermietung. Bislang sah § 21 Abs. 2 Satz 1 EStG vor: Wird eine Wohnung zu weniger als 66 % der ortsüblichen Miete überlassen, ist die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlich und einen unentgeltlich vermieteten Teil aufzuteilen. Nur die auf den entgeltlich vermieteten Teil entfallenden Werbungskosten dürfen von den Mieteinnahmen abgezogen werden. Die Grenze von 66 % wird ab 2021 auf 50 % herabgesetzt. Wichtig in diesem Zusammenhang: Beträgt das Entgelt mindestens 50 %, aber weniger als 66 % der ortsüblichen Miete, ist eine Totalüberschuss-Prognoseprüfung erforderlich. Nur wenn diese positiv ausfällt, werden die Werbungskosten aus diesem Mietverhältnis nicht gekürzt. Bei einem negativen Ergebnis ist nur bei dem entgeltlich vermieteten Teil die Einkünfte-Erzielungsabsicht gegeben.
  • Besonders wichtig für selbstständige Land- und Forstwirte: Bei der Umsatzsteuer ist die Inanspruchnahme der Durchschnittssatzbesteuerung nicht mehr uneingeschränkt, sondern nur noch bis zu einem Jahresumsatz von 600.000 € zulässig. Die neue Grenze gilt für Umsätze, die nach dem 31.12.2021 bewirkt werden. Der Gesetzgeber hat mit der Einführung der Umsatzgrenze auf eine von der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland erhobene Klage vor dem EuGH reagiert; die Kommission ging von einem Verstoß der bisherigen Regelung im § 24 UStG gegen das EU-Recht aus. Die Höhe des Durchschnittssteuersatzes will die Bundesregierung jährlich überprüfen.

Ihre Buchstelle informiert Sie gerne über weitere steuerliche Änderungen im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 und beantwortet Ihnen noch offene Fragen.

News vom 02.03.2021